Wissenschaft im Klassenzimmer

Kommst du auf deinem Schul- oder Arbeitsweg bei einem Fluss oder Bach vorbei? Hast du dich schon mal gefragt, wie sehr sich dessen Wasserstand verändert? Das kannst du ganz einfach mit der CrowdWater App aufzeichnen. Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Baden haben solche wertvollen Daten gesammelt. Ihre Geographielehrerin hat uns, das CrowdWater Team, für eine Gastlektion vor Ort eingeladen – bereichernde Einblicke für beiden Seiten!

Im vergangenen Herbst stieg der Pegel plötzlich massiv an. Nein, nicht der eines Gewässers, sondern die Anzahl der Beobachtungen, welche in der Region Baden mit der CrowdWater App erfasst wurden: Eine ganze Schulklasse beteiligte sich am Projekt und sammelte wertvolle hydrologische Daten in ihrer Region. An der Limmat und den umliegenden Bächen beobachteten die Jugendlichen die Schwankungen des Wasserstandes. Doch nicht nur der Wasserstand kann mit der App aufgezeichnet werden: In Vorgärten und auf Fussballplätzen beurteilten sie die Bodenfeuchte und gelegentlich entdeckten sie auch trockenfallende Bäche. Ziel dieser Unterrichtseinheit im «Naturwissenschaftlichen Praktikum» war es, eigene Daten zu sammeln, diese darzustellen und zu analysieren.

Inspirierender Austauch

Zum Abschluss des Praktikums besuchten wir die Klasse für einen gegenseitigen Austausch. Wir zeigten den interessierten Jugendlichen auf, dass die Datenlage in der Hydrologie sowohl global als auch lokal knapp ist. Doch bei Trockenheit und Überschwemmungen in der Region ist es wichtig, Vorhersagen treffen zu können. Dazu braucht es eine solide Datengrundlage, dafür sind auch jene aus dem CrowdWater-Projekt von grossem Nutzen.

Eine Schülerin fragte, ob auch die von ihr gesammelten Daten zur Vorhersage von Hochwasser verwendet würden. Auf jeden Fall, wenn sie lange und oft genug Daten sammelt! Die Frage der Schülerin hat uns sehr gefreut und wir hoffen, dass wir ihre Zeitreihe tatsächlich in der Zukunft verwenden können.

Droppy
Crowdwater: Jung und Alt können hydrologische Daten sammeln!

Spielerisch die Daten verbessern

Natürlich durfte bei unserem Besuch auch ein spielerischer Teil nicht fehlen: Mit dem CrowdWater Spiel lässt sich die Datenqualität der Wasserstandsbeobachtungen sicherstellen und verbessern. Viele Menschen bestimmen im Spiel den Wasserstand auf den Bildern, die von anderen Mitwirkenden in der App hochgeladen wurden. Das Mittel von vielen Bewertungen ist meist besser als eine einzelne Bewertung. Jede/r kann ja mal danebenliegen!

Wir spielten im Klassenzimmer die analoge Version des Spiels – verfügbar ist sie auch in digitaler Form. In den ersten zwei Aufwärmrunden konnten die Schülerinnen und Schüler kaum glauben, dass sie weit ab vom Durchschnitt aller Citizen Scientists lagen. Danach wurden sie sich aber mit jeder Runde einiger, in welcher Wasserstandsklasse der Pegel lag. Die aufgeregten Diskussionen in der Klasse waren spannend zu verfolgen und zeigten, wie motiviert die Jugendlichen waren. Gleichzeitig konnten wir mögliche Schwierigkeiten beim Bildervergleich erkennen. Das war ein tolles und wertvolles Feedback für uns.

Wir haben uns sehr gefreut, die jungen Citizen Scientists und ihre engagierte Lehrerin persönlich kennenlernen zu können! Wir hoffen, weiter über CrowdWater in Kontakt zu bleiben.

CrowdWater App
CrowdWater Spiel
Crowdwater Projekt

Franziska Schwarzenbach & Mirjam Scheller