
«Man hat absolut keine Kontrolle»
Ich studiere Geographie im Master und habe kürzlich als Proband an der 83. ESA Parabelflugkampagne in Bordeaux teilgenommen – eine einzigartige Erfahrung! Bei einem Parabelflug wird durch ein spezielles Steig- und Sturzmanöver Schwerelosigkeit an Bord des Flugzeugs erzeugt. Das Experiment des UZH Space Hub untersuchte die Krümmung der Wirbelsäule während verschiedener Schwerkraftphasen.
Ich bin grundsätzlich abenteuerlustig. Daher habe ich mich sofort beworben, als Proband:innen für das Experiment gesucht wurden. Ausserdem faszinieren mich der Weltraum, die Luftfahrt und Satelliten, weshalb ich auch «Remote Sensing» als Schwerpunkt im Master gewählt habe. Und ich hatte einfach das Glück, einer von zwei Studierenden zu sein, die als Testpersonen ausgewählt wurden. Um die Abstände zwischen dem Messgerät und den Referenzpunkten auf dem Rücken zu messen, wird Lasertechnololgie verwendet. Diese kommt auch in der Fernerkundung zum Einsatz.
Während einer Flugkampagne werden 31 Parabeln geflogen, je nach Wetterlage über dem Mittelmeer oder vor der Westküste Frankreichs. Zunächst erfolgt ein Steigflug von bis zu 50° gegenüber der Horizontalen. In dieser Phase ist der Körper der 1,8-fachen Schwerkraft der Erde ausgesetzt. Danach folgt eine Phase der Schwerelosigkeit, die etwa 22 Sekunden dauert. In der Austrittsphase schliesslich lastet wieder eine Schwerkraft von 1,8 g auf dem Körper.
Das Gefühl der Schwerelosigkeit lässt sich kaum beschreiben. Es ist auch schwer vorstellbar, weil der Körper so etwas noch nie erlebt hat. Es ähnelt dem «Schweben» im Wasser, aber man hat absolut keine Kontrolle.

| UZH Space Hub Website Who is Who UZH Space Hub, mit einigen Forschenden des GIUZ Spinal Health Research Group |
Dave Kurath, Masterstudent Geographie